By Prof. Dr. med. Rainer Tölle, Prof. Dr. med. Gerhard Buchkremer (auth.)

ISBN-10: 3540502572

ISBN-13: 9783540502579

ISBN-10: 3642740448

ISBN-13: 9783642740442

Einerseits ist Rauchen ein Vergnügen, das Befriedigung verschaffen und angenehme Wirkungen hervorrufen kann. Die Zigarette ist Genußmittel und Psychopharmakon zugleich, sie erleichtert Kontakte und fördert Gemeinsamkeit. Andererseits ist Tabak ein present, das schwere Gesundheitsschäden verursacht. Diese Gefahr wird durch die Ni­ kotinabhängigkeit vergrößert; denn süchtiges Rauchen ist nicht leicht zu durchbrechen, so daß die Vergiftung fortgesetzt wird. Eugen Roth sagt das in einem Vierzeiler: "Bei Nikotin und Alkohol/fühlt sich der Mensch besonders wohl / Und doch, es macht ihn nichts so hin / wie Alkohol und Nikotin." Daher kann es nicht verwundern, daß Rau­ chen kontrovers beurteilt wird. Die Einstellung zum Tabak conflict von jeher zwiespältig. Nachdem mit der Neuen Welt der Tabak entdeckt (Columbus 1492) und nach Europa exportiert wurde (1519), ent­ stand große Begeisterung. Tabak warfare heiß begehrt. Bald aber kam auch Kritik auf. Befürworter und Gegner ergingen sich in starken Worten. Die Kontroverse wurde auf medizinischer, ästhetischer, ethischer, politischer und wirtschaftlicher Ebene geführt. Tabak wurde als Heilmittel hochgelobt, z.B. von R. Burton in einer Schrift über Melan­ cholie (1621): "Tabak, göttlicher, einzigartiger, alles übertreffender Tabak, der alle Wundermittel weit übertrifft, trinkbares Gold und Stein der Weisen, ein souveränes Heilmittel gegen alle Krankheiten." Ähnlich könnte ein Süchtiger über seine Droge sprechen. Tabak wurde sogar gegen Pest und Krebs empfohlen.

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320). Das Zigarettenrauchen begünstigt die Entstehung von peptischen Geschwüren des Magens und des Zwölffmgerdarms. Nikotin per se wirkt zwar nicht ulcerogen (vgl. aber Brandspigel u. Walsh 1987), doch es potenziert die Wirkung von ulzerogenen Substanzen wie Histamin, Reserpin und Azetylsalicylsäure (Ageel et al. 1984). Die akute Wirkung des Zigarettenrauchens auf die Magensäuresekretion ist wiederholt untersucht worden. Während einige Autoren eine Zunahme, andere eine Abnahme der Säuresekretion feststellten, suchte eine dritte Gruppe vergeblich nach einer Änderung (Literatur bei Kikendall et al.

In einer Untersuchung von Baranowski (1978) wurden die Ansichten von Adoleszenten darüber ermittelt, ob und wie sie das Verhalten ihrer Eltern beeinflussen könnten. Die Adoleszenten schrieben sich einen größei:en Einfluß auf die EItern, insbesondere auf die Mutter zu, als die Eltern selbst annahmen. Was Drogen und Genußmittel anbetrifft, zeigte sich, daß die Adoleszenten tatsächlich einen nicht unerheblichen Einfluß auf den Drogen- und A1koholkonsum und in etwas geringerem Maße auch auf das Rauchen der Eltern nehmen, und zwar nach Ansicht der Adoleszenten zu 35,7% auf das Rauchverhalten der Mütter und zu 47,6% bei den Vätern; die EItern selbst bestätigten in den weitaus meisten Fällen diesen Einfluß.

Die experimentell wohlbegründete therapeutische Anwendung von Nikotin in Form von nikotinhaItigern Kaugummi, der vor dem Schlafengehen gekaut wird, ist auf die obstruktive Schlafapnoe beschränkt; zentrale Apnoen sprachen nicht auf Nikotin an. Schlafstörungen, wie sie von Soldatos et al. (1980) bei Zigarettenrauchern beobachtet worden sind, traten nicht auf, aber der therapeutische Effekt war wegen der kurzen Wirkungsdauer des Nikotins auf die ersten Nachtstunden beschränkt. ) Zigarettenrauch schädigt bekanntlich das respiratorische Flimmerepithel und hemmt die mukociliäre Aktivität, einen wichtigen Abwehrmechanismus der Atemwege.

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Zigarettenrauchen: Epidemiologie, Psychologie, Pharmakologie und Therapie by Prof. Dr. med. Rainer Tölle, Prof. Dr. med. Gerhard Buchkremer (auth.)


by William
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